11
Dez
07

Der Ex ist nun ex

So. Das war’s. ER ist gegangen. Nach dem riesen Krach vom Wochenende hat er seine Sachen gepackt und ist gegangen.  Somit endet eine 8-jährige Beziehung mit einem “tschüss, pass auf dich auf”. Mach ich. Oh ja. Das mach ich.

Wir waren damals  16 Jahre alt, als wir uns – klassischer Weise – auf einer Grillparty einer damaligen Freundin kennen lernten. 16 Jahre jung. Wo ist nur die Zeit geblieben? Was haben wir alles schon erlebt…
Unser Abitur, seine Zivi-Zeit, mein Auslandsjahr in Spanien sein Studium, dass er wohl nie beenden wird und letztendlich der Kampf um meinen Arbeitsplatz. 8 Jahre. Haken drunter. Fertig.

Klar bin ich traurig, dass die Beziehung – wenn man das noch so nennen konnte – zerbrach. Letztendlich bin ich aber froh, dass es so kam.

Da sitze ich jetzt in einer halbleeren Wohnung. Seine Möbel hat er mitgenommen. Warum auch nicht. Hat er ja bezahlt. Die Eigentumswohnung läuft auf mich. Bzw. auf meine Eltern. Wenigstens habe ich ein Dach über dem Kopf. Kahl sehen die Wände aus. Unglaublich, wie “schmutzig” die Tapeten in den 3 Jahren geworden sind.

Bin ich jetzt ein häufchen Elend? Muss ich mich jetzt in meiner Wohnung verkriechen und heulen wie ein Schlosshund? Irgendwie habe ich nicht das Gefühl der Trauer. Warum auch?! Wir habenuns getrennt, nach zahlreichen harten Worten. Dennoch haben wir uns am Schluss getrennt, wie Erwachsene es tun sollen. In Frieden.

Wenn ich so auf mein Notebook schaue und gerade in diesem Augenblick diesen Beitrag schreibe, kommt bei mir die Neugierde nun die große weite Single-Welt im Internet zu erobern. Während der letzten Zeit plauderte Paula – meine Kollegin und beste Freundin – in den Kaffeepausen immer von den Dating-Seiten und was Sie da schon alles “erlebt” hat.

Paradox. Ich bin gerade mal 3 Tage Single und schaue mich schon auf dem Markt um. Ich muss grinsen.  Hmmm. “Luna, du darfst dich nicht zu Hause verkriechen”, sagte Paula am Sonntag als wir uns in der Stadt trafen. Recht hat sie ja.

Aber als allererstes muss ich jetzt mal die Wohnung in schuß bringen. So fühle ich mich nicht wohl. Andere Farben, neue Möbel und neue Klamotten müssen her. Selbstbewußt war ich ja schon immer. Und handwerklich begabt sowie so. Danke, Papi.

Ein Lächeln macht sich breit. Schon wieder ein Lächeln. Mein Vater und seine Luna. Ein unschlagbares Team. Egal ob wir damals unseren Garten angelegt hatten, mein Kinderzimmer renoviert haben oder die Gartenlaube komplett selbst gebaut hatten. Mein Pappa und ich. Ein unschlagbares Team.

Also, Wohnung streichen, Möbel kaufen und Paula anrufen. Ich brauch neue Klamotten.